Geschichte von Simson


SR1

Bauzeit: 1955-1957, Produzierte Stückzahl: 152.000

Dieses Moped trägt seinen Namen noch völlig zurecht:
es hat zum Antreten und für steile Bergfahrten noch Pedalen! Diese Tatsache erinnert wohl noch daran, dass die Brüder Simson früher Fahrräder (mit Hilfsmotor) gebaut haben.
technische Daten:
Fahrradräder und -reifen (!), 50ccm3 Motor mit krassen 1,5 PS (ja richtig gelesen)
Fahrradgepäckträger, 2-Gang Handschaltung
Gebaut wurden diese Teile von 1955 bis Anfang der 60er.
Übrigens: Der Motor dieses ersten Nachkriegs-DDR-Mopeds kam aus dem MZ-Werk Zschopau

SR2

Bauzeit: 1957-1959, Produzierte Stückzahl: 390.000

Vom SR2 gab es 2 Varianten:
den normalen, eigentlich ein SR1, aber mit größerem Tank und nicht mehr ganz so Fahrradmäßig (andere Schutzbleche und 23 statt 26 Zoll Reifen etc.)

und den SR2E      

Bauzeit: 1960-1964, Produzierte Stückzahl: 515.000 

- noch eine Verbesserung, diesmal mit 1,8PS, noch größerem Tank und deutlich verbessertem Fahrwerk (vorne Schwinge statt Hebel, hinten Feder statt Gummielement *g*)
Wenn ihr noch so ein Teil irgendwo rumstehen habt, dann lasst es unbedingt wie es ist! Tuning lohnt da eh nicht mehr, aber Sammler zahlen für nen orginalen "Essie" einiges.

KR 50

 

Bauzeit: 1958-1964, Produzierte Stückzahl: 164.500

Der Vorgänger der Schwalbe die KR 50 wurde in den Jahren 1959-1964 gebaut. Sie war mit Kickstarter und einer Zwei-Gangschaltung ausgestattet.

Das sog. Damenmoped besaß eine richtige "Karosserie". Mit einer Leistung von 2,4 PS und einem Hubraum von 47,6 ccm konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erreicht werden.

Die Farben des "KR 50" waren weinrot oder dunkelblau.

Kraus Duo (Einsitzer)

Spatz SR 4-1

SR 4-1 P (Pedalantrieb) Bauzeit: 1964-1967, Produzierte Stückzahl: 30.0000

SR 4-1 K Bauzeit: 1964-1966, Produzierte Stückzahl: siehe SR 4-1 SK

SR 4-1 SK Bauzeit: 1967-1970, Produzierte Stückzahl: 122.000

Der Nachfolger des SR2 wurde ab 1964 gebaut. Der Spatz war anfänglich auch noch mit Pedalen zu haben, da das aber niemand mehr wollte, gab es bald nur noch Kickstartermodelle.
Bei diesem Moped/-kick wurden Rahmen, Sitzbank und Tank völlig neu entwickelt, Motor und Vordergabel waren noch vom SR2, Lenker und Lampe wurden von der neuen Schwalbe "geborgt".
Der Spatz zeigt gut die Entwicklung von den besseren Fahrrädern SR2 zu richtigen Mopeds, die Anordnung von Tank und Sitzbank war schon fast wie beim Motorrad! (im Gegensatz zu den vorherigen Simson Kleinkrafträdern

Star SR 4-2

SR 4-2 Bauzeit: 1964-1967, Produzierte Stückzahl: 505.800

SR 4-2/1 Bauzeit: 1968-1975, Produzierte Stückzahl: siehe SR 4-2

Der Star war wieder eine Weiter- bzw. Parallelentwicklung des Spatzes.
Dieses Mokick war auch für zwei Leute ausgelegt und ziemlich sportlich anzusehen. Weil Simson alles möglichst billig und einfach bauen wollte, führten sie auch schon so etwas wie die heutige "Plattformtechnologie" ein, beim Star wurden Motor (3,4PS), Ansaug- und Auspuffanlage, Lenker, Vorderradschwinge, Kotflügel und Elektrik komplett von der populären Schwalbe übernommen.
Serienstart des Star war im September 1964 - nur sieben Monate nach der Schwalbe und drei Monate nach dem Spatz! Das zeigt, wie schnell die Entwicklung bei Simson doch gehen konnte.

Sperber SR 4-3

Bauzeit: 1966-1972, Produzierte Stückzahl: 80.000

Viele jugendliche DDR-Bürger wollten ein Einsteigermotorrad.
Diesem Wunsch kam Simson 1968 bis 1972 mit dem Sperber entgegen.
Dabei wurde der Grundrahmen (von Star/Spatz) verändert (versteift), ausserdem wurde eine längere Sitzbank eingebaut. Der Motor brachte es auf krasse 4,6PS (erreicht durch neuen Zylinder und -kopf), damit kam der Sperber auf beachtliche 75km/h
weitere Neuerungen: 4-Gang-Getriebe; hydraulische Federbeine, 25W Scheinwerfer, Beifahrerfussrasten am Rahmen

Habicht SR 4-4

Bauzeit: 1971-1975, Produzierte Stückzahl: 77.200

Bei diesem Spitzenmodell der SR 4-Typreihe, mit einer Motorleistung von 2,5 kW wurde in der Kleinkraftradklasse erstmals ein Vierganggetriebe eingesetzt.

Das Fahrzeug verließ zwischen 1971 und 1975 die Suhler Bänder, und wurde mit einem großen Kraftstoffbehälter ausgestattet, der unmittelbar an die verlängerte Sitzbank anschließt und somit eine "echte" Motorradsitzposition ermöglicht.

Der Habicht erhielt zusätzlich hydraulisch gedämpfte Federbeine und einen steiferen Rahmen, was die Fahrstabilität erheblich verbesserte.

Zum Einsatz kamen ein 25/25-W-Scheinwerfer und eine außenliegende Zündspule.
Die hinteren Fußrasten wurden nicht, wie bisher an der Hinterradschwinge, sondern am Rahmen befestigt
Der Habicht war olivgrün lackiert.

Duo 4-1

Das "Duo" ist ein Krankenfahrzeug.
Weil sich in der DDR keiner so richtig leisten konnte, seinen Trabbi auf Handbetrieb und 25km/h umzurüsten (und so ein Gesetz gab es auch nicht), gab es für Behinderte nur eine Möglichkeit, sich noch aktiv am Straßenverkehr zu beteiligen: das Simson-Duo.
Darin konnten 2 Leute nebeneinander sitzen, der Fahrer bediente das Fahrzeug komplett mit den Händen. Ihr fragt euch nun sicherlich, warum die Simson-Leute gerade soviele Schwalbe-Teile in diesem Gefährt verbaut haben? Natürlich um zu Sparen! Motor, Licht, Kotflügel etc. waren 100%Schwalbe. Das voll überdachte Gerät hatte übrigens sogar Scheibenwischer und Halbautomatik (wie Schwalbe KR51/1S--> keine Kupplung)!

Es wurden aber im Verhältnis zu z.B. S51 Mopeds nur sehr wenige Duos gebaut.

Duo 4-2

Der Unterschied zum Duo 4-1 ist nur der Motor, den beim Duo 4-2 wurde ein S51-Motor eingaut.

KR 51

KR 51 H / F Bauzeit: 1964-1968, Produzierte Stückzahl: 153.500

Dieser Kleinkraftradtyp wurde erstmalig als Zweisitzer entwickelt. Als Antriebsquelle dient ein robuster, gebläsegekühlter 2,65-kW- Einzylinder- Zweitaktmotor mit Dreiganggetriebe.

Bei der Konzipierung der Typreihe wurden fortschrittliche Wege beschritten. Neben Vollschwingenfahrwerken mit großen Federwegen und wirksamen Vollnabenbremsen sind die Räder austauschbar.

Ferner wurde großer Wert auf Wartungsfreiheit gelegt. Als Folge konnten alle Schmiernippel entfallen und wurde der Kettentrieb staubdicht mittels Gummischutzschläuche gekapselt.
Außerdem erleichtern Steckachsen die Demontage der Räder, wobei der Hinterradantrieb komplett an der Hinterradschwinge bleibt.

Vervollständigt werden konnte dieser Typ - wiederum erstmalig bei einer derartigen Fahrzeugklasse - mit Blinklichtern, Stoplicht, Parklicht und einem Gleichstrom-Signalhorn. Die Voraussetzungen dafür wurden durch den während der Fahrt aufladbaren Bleisammler beschaffen.

Ein solider Gepäckträger mit verstellbarem Spannband gehört zur Grundausstattung. Im Produktionszeitraum wurden verschiedene Detailverbesserungen zwecks Gebrauchswerterhöhung wirksam. Genannt seien hier eine verlängerte Sitzbank, ein höheres Motordrehmoment sowie funktionsverbesserte Bremsen.

An die "Schwalbe" kann ein typgeprüfter und im Fachhandel erhältlicher Kindersitz montiert werden. Ferner ist das Fahrzeug bei Verwendung typgeprüfter Bauteile für den Anhängerbetrieb zugelassen.

KR 51 / 1 und KR 51 / 1 F

Bauzeit: 1968-1980, Produzierte Stückzahl: 375.000

Diese beiden Grundmodelle der Rollertypreihe sind mit Federbeinen mit Reibungsdämpfung ausgestattet. Zur äußeren Kennzeichnung dienen die Farben sandgrau und blau. Die Getriebeschaltung erfolgt durch einen Schaltdrehgriff auf der linken Lenkerseite oder wahlweise durch Fußschaltung mittels einer Schaltwippe.

KR  51 / 1 K

Bauzeit: 1974-1980, Produzierte Stückzahl: 185.000

Bei dieser Komfort-Variante des Kleinrollers wurden für die Radfederungen erstmals hydraulische Zweikammerdämpfer eingesetzt. Der Fahrkomfort erhöhte sich dadurch erheblich, da die Bodenhaftung der Räder deutlich verbessert werden konnte. Ferner bietet eine verlängerte Doppelsitzbank günstigere Voraussetzungen für den Soziusbetrieb. Die Fahrzeuglackierung erfolgte in weiß oder saharabraun.

KR  51 / 1  S

Bauzeit: 1971-1980, Produzierte Stückzahl: 44.600

Diese von 1971 bis 1980 produzierte Roller-Sonderausführung besitzt als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal eine automatische Kupplung. Ferner wurde die Lichtleistung des Scheinwerfers auf 25/25 W erhöht, die Zündspule außerhalb des Motors angeordnet, die Schutzdüsen der vorderen hydraulisch gedämpften Federbeine verchromt. Die Lackierung erfolgte in olivbeige und signalrot.

KR 51 / 2

Der Grundtyp KR 51/2 wurde ab 1980 durch die Suhler Fahrzeugkonstrukteure entwickelt und mit einen 2,72 kW-Motor ausgestattet.

Er besitzt reibungsgedämpfte Federbeine und Fußschaltung.

Die Elektronikbauteile wurden unter das vordere Abdeckblech verlegt, der dort vorher sitzende Luftfilter sitzt jetzt direkt vor dem Vergaser.

Weiterhin wurde die Abgasanlage auf die rechte Fahrzeugseite verlegt. Damit wurde auch die Verbrennungsgefahr für die weiblichen Rollerfahrer wegen der meist von links erfolgenden Fahrzeughandhabung beseitigt.

KR 51 / 2 N

Bauzeit: 1980-1986, Produzierte Stückzahl: 90.800

Bei diesem Modell erfolgt die Getriebeschaltung generell mittels Fußschaltwippe. Für die Radfederung sind reibungsgedämpfte Federbeine eingesetzt. Der übrige Aufbau entspricht dem des KR 51/1 F.

KR 51 / 2 E

Bauzeit: 1980-1986, Produzierte Stückzahl: 124.500

Dieses Modell ist mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet. Seine Fahrleistung wurde durch den Einbau eines Vierganggetriebes verbessert.

KR 51 / 2 L

Bauzeit: 1980-1986, Produzierte Stückzahl: 84.900

In diesem Luxusmodell ist die bewährte wartungsfreie elektronische Zündanlage montiert und dadurch gleichzeitig die Scheinwerferleistung auf 35 W erhöht worden.
Das Spitzenmodell wird selbstverständlich auch mit Vierganggetriebe und den komfortablen hydraulisch gedämpften Radfederungen geliefert.

S 50

Der Vorläufer der S51!
Vorgestellt 1974, wurde dieses Mokick zum absoluten Renner bei der DDR-Jugend, das motorradhafte Design und geniale Straßenlage brachten Simson viele Pluspunkte ein.
Denkt daran: auch wenn die S50-Modelle mittlerweile schon ziemlich antiquiert aussehen, haben diese Mopeds die Bahn für unsere tollen S51 bereitet!

S50 N Bauzeit: 1975-1980, Produzierte Stückzahl: 86.300

S50 B Bauzeit: 1975-1976, Produzierte Stückzahl: 81.400

S50 B1 Bauzeit: 1976-1980, Produzierte Stückzahl: 287.000

S50 B2 Bauzeit: 1976-1980, Produzierte Stückzahl: 125.000

S 51

S51 N Bauzeit: 1980-1987, Produzierte Stückzahl: 103.000

S51 B1-3, Bauzeit: 1980-1988, Produzierte Stückzahl: 242.3000

S51 B1-4, Bauzeit: 1980-1989, Produzierte Stückzahl: 360.600

S51 B2-4, Bauzeit: 1980-1989, Produzierte Stückzahl: 305.100

S51 C, Bauzeit: 1983-1989, Produzierte Stückzahl: 31.000

S51 /1B, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 91.000

S51 /1E, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 53.500

S51 /1C, Bauzeit 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 81.750

S 70 E, Bauzeit: 1984-1988, Produzierte Stückzahl: 20.000

S 70 /1E, Bauzeit: 1983-1989, Produzierte Stückzahl: 4350

S 51 E

Bauzeit: 1982-1988, Produzierte Stückzahl: 160.000

1980, kam unsere geliebte S51 auf den Markt. Diese hatte wie die neuen Schwalben einen viel sparsameren und stärkeren Motor als ihre Vorgänger. Weil bei diesem auch problemlos eine Hubraumsteigerung möglich war, gab es auch noch die S70 zu kaufen.
1986 wurde dann die 22 Jahre alte Schwalbe vom neuen, modernen Roller SR50 oder SR80 abgelöst. Diesen gab es später wie die S51 mit 12V, Halogenlampen und viel anderer Elektronik.
Kurz vor der Wende bauten die 4000 Simson Mitarbeiter jährlich 200.000 Fahrzeuge.

SR 50

SR 50 N, Bauzeit: 1986-1987, Produzierte Stückzahl: 6740

SR 50 B3 (B4), Bauzeit: 1986-1989, Produzierte Stückzahl: 96.430

SR 50 C, Bauzeit: 1987-1989, Produzierte Stückzahl: 16.750

SR 50 CE, Bauzeit: 1986-1988, Produzierte Stückzahl: 7300

SR 50 /1C, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 20.380

SR 50 /1CE, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 4500

SR 50 /1B, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 51.350

SR 50 / 1 CE

Den Roller gibt es seit 1986. Er wurde als Nachfolger zur Schwalbe konzipiert.
Das Design hielt sich sehr an die damals internationale Mode, obwohl den Simson Ingenieuren verwährt blieb, grossflächig Platik zu verwenden. Dennoch konnte der normale S51-Motor und viele andere Standardteile verwendet werden.
Roller erfreuen sich heute immer noch grosser beliebtheit, auch wenn manch ein S51 Fahrer nur müde über die Rollerfahrer lächeln kann, denn wer will schon sein halbes Moped auseinander baueen, nur um die den Zylinder abzunehmen?

SR 80 CE, Bauzeit: 1987-1988, Produzierte Stückzahl: 1880

SR 80 /1CE, Bauzeit: 1989-1990, Produzierte Stückzahl: 950

S 53 Enduro

S 83 Enduro



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